Veranstaltung „Europe’s Sweatshops“ am 9. November in Berlin

«Vier Euro dafür, dass ich den ganzen Samstag arbeite.»
Europas Sweatshops – moderne Sklaverei bei unseren Nachbarn
Donnerstag, 09.November | 16.00 – 18.00 Uhr | Rosa-Luxemburg-Stiftung | Salon |
Franz-Mehring-Platz 1, Berlin (Nähe Ostbahnhof)
Löhne, die die Existenz nicht sichern, unerträgliche Hitze im Sommer, Überstunden, die nicht bezahlt werden, Arbeitsdruck, dass man ohmmächtig wird. Unter erniedrigenden Bedingungen nähen Frauen in Serbien und in der Ukraine für vorrangig deutsche und italienische Firmen hochpreisige Mode. Gewerkschaftliche Organisierung findet nicht statt, da alle um ihren Job bangen. Gesetze werden regelmäßig verletzt. Viele Näherinnen erhalten in der Ukraine und in Serbien wie auch in anderen Ländern Osteuropas nicht einmal den ohnehin niedrigen gesetzlichen Mindestlohn. Egal ob EU-Mitgliedsländer oder nicht, die Clean Clothes Campaign resümiert, dass flächendeckend Löhne weit unter einem Existenzlohn gezahlt werden.
Wie die Beschäftigten in der Bekleidungs- und Schuhindustrie angesichts dieser Konstellationen um ihr tägliches Überleben kämpfen, schildern jetzt zwei aktuelle Studien zu den beiden Ländern, die von der Clean Clothes Campaign und der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegeben wurden.
Betriebe in denen recherchiert wurde, produzieren Mode für ESPRIT, Tommy Hilfiger, Bäumler, Next, Peter Hahn, Strenesse, Stella McCartney, Gucci, Tesco, Triumph, GEOX, Benetton, Vero Moda und weitere vor allem deutsche und italienische Marken.
ESPRIT ist Mitglied des Bündnisses für nachhaltige Textilien, ein Multistakeholder-Bündnis, das 2014 als Antwort auf den Fabrikeinsturz in Bangladesch von Bundesminister Gerd Müller initiiert wurde. ESPRIT ist ebenfalls Mitglied von ACT – einer Existenzlohn-Initiative von 17 internationalen Modemarken zusammen mit dem globalen Gewerkschaftsdachverband industriALL.
Haben Europa’s Beschäftigte in ESPRIT’s Lieferketten etwas gespürt von diesen Initiativen? An welchen Stellen müssen wir aktiv werden, um wirkliche Änderungen bei den Beschäftigten zu erreichen?
Wir diskutieren mit:
OKSANA DUTCHAK Autorin/Researcherin des Ukraine Länderprofiles, Stellv. Direktorin des Zentrums für Sozial- und Arbeitsstudien in Kiew (Ukraine)
BOJANA TAMINDZIJA Autorin/Researcherin des Serbien Länderprofiles, Vorstandsmitglied des Webportals MAŠINA, Aktivistin
BETTINA MUSIOLEK Ko-Autorin der Länderprofile und Regionalpublikationen, internationale CCC-Koordinatorin Europa-Ost/Süd
LUC TRIANGLE Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes IndustriALL Europe
LARY BROWN Vice President – Head of Global Social & Environmental Sustainability, ESPRIT

Das Gespräch moderieren WENKE CHRISTOPH von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und DAVID HACHFELD von Puplic Eye/Clean Clothes Campaign.
Wir bitten um Anmeldung bei Dorit.Riethmueller@rosalux.org.

Vortrag und Diskussion am 6. November in Leipzig: Arbeitsbedingungen in Textil- und Schuhfabriken in Serbien

Am 6. November 2017 (18:00 Uhr) organisiert ARBEIT UND LEBEN Sachsen gemeinsam mit dem ENS – Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V. einen Vortrag von Bojana Tamindžija zum Thema Arbeitsbedingungen in Textil- und Schuhfabriken in Serbien.
Bojana Tamindžija ist Vorstandsmitglied des Webportals Mašina aus Serbien und eine Frau, die sich für gewerkschaftliche Arbeit stark macht. Zuletzt hat sie Menschen- und Arbeitnehmerrechtsverletzungen in einer Schuhfabrik einer bekannten westeuropäischen Schuhmarke dokumentiert und öffentlich gemacht.
Sie berichtet von der repressiven Situation der Arbeiter/-innen in serbischen Textil- und Schuhfabriken westeuropäischer Marken, von den Hungerlöhnen und den gesundheitsschädlichen Bedingungen in serbischen Fabriken; Fabriken in einem europäischen Land, das Deutschland erst vor kurzem zum „sicheren Herkunftsland“ erklärt hat. Es wird klar, dass „made in Europe“ keineswegs „made fair“ bedeutet.
Die Besucher/-innen werden eingeladen, gemeinsam einen kurzen Film zu schauen, hören einen Vortrag über die Arbeitsbedingungen in den Schuh- und Bekleidungsfabriken Serbiens und haben die Möglichkeit gemeinsam zu erörtern, was wir und internationale Akteure tun können, um die Situation zu verbessern.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet im Seminarzentrum von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in der Löhrstraße 17 in Leipzig statt.
Die Veranstaltung wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen gefördert.

17. MAI: Ressourcen um jeden Preis – Frauenkirche muss weg – Satireaktion

 

RESSOURCEN UM JEDEN PREIS! – FRAUENKIRCHE MUSS WEG

 

am Mittwoch, 17. Mai 2017 um 18:30 Uhr
auf dem Dresdner Neumarkt

 

Dreharbeiten zum Film „Ressourcen um jeden Preis! Keine Chance den Menschenrechten!“

 

SETTING / DREHARBEITEN
Es wurden Braunkohlevorkommen direkt unter der Frauenkirche entdeckt. Ressourcen sind endlich, wir brauchen jeden auffindbaren Kohlerest, sei er noch so klein!

Deshalb wird eine Gruppe Bauarbeiter*innen einen Bereich des Dresdner Neumarkts absperren und dort anfangen zu „graben“ (vorgetäuscht) und Häser „abzureißen“ (Papphäuser). Wir erwarten Umweltaktivist*innen am Absperrband, die sich zur Wehr setzen und protestieren gegen das Credo
„Ressourcen um jeden Preis“, wahrscheinlich jedoch erfolglos, denn die Wirtschaftslobby ist stärker. Man wird Bau- und Bergarbeiter*innen sehen, die mit Eimern voller Kohle abziehen und ein Schlachtfeld hinterlassen. Umwelt- und Menschenrechten wird keine Rolle zugedacht.

 

MITMACHEN
Wer Lust hat mitzumachen, melde sich gern bei: kunz [at] inkota.de
Es werden noch Umweltaktivist*innen gesucht!

Wer bei der GENERALPROBE dabei sein möchte: wir treffen uns am Mittwoch um 17:45 Uhr in der
Kreuzstraße 7 (vor dem Aha Café) und laufen dann zusammen zum Neumarkt.

 

ES GRÜẞEN
Fabienne (ENS), Anne (Inkota) und die Teilnehmenden des Workshops „Kunst für Menschenrechte“

 

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Gewinnung von Rohstoffen weltweit sowie die Produktion unserer Konsumgüter gehen oft mit gravierenden ökologischen und sozialen Problemen einher:

Menschenrechtsverletzungen beginnen teilweise schon vor den eigentlichen bergmännischen Aktivitäten. Indigene Völker haben laut ILO-Konvention 169 das Recht auf Mitsprache bei der Entscheidung über Nutzung und Eingriffe in ihren Lebensraum. Häufig laufen Erkundungen und Verhandlungen aber intransparent unter Ausschluss der Bevölkerung ab. Beginnt dann die Erschließung neuer Rohstofflagerstätten kommt es oft zu  Zwangsumsiedlungen und gewaltsamen Vertreibungen. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verlieren ihre Lebensgrundlage. Oft werden nicht
mal Entschädigungen gezahlt.

Im weiteren Prozess der Extraktion sowie Verhüttung der Rohstoffe kommt es regelmäßig zu Verunreinigungen des Trink- und Grundwassers. Das Recht auf sauberes Wasser und Gesundheit werden also systematisch verletzt. Genauso wie auch in anderen Industriezweigen weiter unten entlang der Lieferketten beim Gerben von Leder, Färben von Textilien, in der Herstellung von Chemikalien etc. Angesichts der Folgen des Bergbaus entwickeln sich in vielen Gebieten Protestbewegungen, die nicht selten gewalttätig unterdrückt werden. Hier wirken dann oft staatliche und private von Bergbaukonzernen angestellte Sicherheitskräfte zusammen.

 

Wir fordern:

die konsequente Umsetzung der UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte

a) Staatliche Pflicht zum Schutz der Menschenrechte: Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, die Menschen durch eine angemessene Politik, Regulierung und Rechtsprechung vor Menschenrechtsverstößen durch Unternehmen zu schützen.

b) Unternehmensverantwortung zur Achtung der Menschenrechte: Unternehmen stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten, mögliche negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu beenden und zu beheben.

c) Zugang zu effektiven Rechtsmitteln: Als Teil ihrer Schutzverpflichtung müssen Staaten den Betroffenen von Menschenrechtsverstößen Zugang zu gerichtlichen und außergerichtlichen Mitteln verschaffen, damit wirtschaftsbezogene Menschenrechtsverstöße untersucht, geahndet und  wiedergutgemacht werden.

22. MAI 2017 ANANNYA BHATTACHARJEE zu Gast in HAMBURG

Impulse & Gespräche zu:

„AUF DEM WEG ZU ETHISCHER MODE – FAIRE TEXTILPRODUKTION – EIN THEMA IM RAHMEN VON G20“

WANN? 22. Mai, 19 – 21.30 Uhr
WO? HAMBURG, St. Petri Haus, Bei der Petrikirche 3

VERANSTALTER? Frauenwerk der Nordkirche, Evang. Akademie der Nordkirche, Hauptkirche St. Petri

 

Mit dabei ANANNYA BHATTACHARJEE aus Delhi, Indien, Gründerin und Koordinatorin der Asia Floor Wage Alliance, die sich für einen asiatischen Grundlohn, einen Lohn von dem Arbeiter*innen der asiatischen Bekleidungsindustrie und ihre Familien tatsächlich leben können, einsetzt.

Außerdem dabei:
SARAH LINCOLN, Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt, Berlin
LENA PELEIKIS, Supply Chain Management, Otto Group Hamburg

Sozialverträglich produzierte Kleidung ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Die Masse unserer Shirts und Shorts kommt aus fernen Ländern. In Südostasien, aber auch in Osteuropa, sind überlange Arbeitstage ebenso üblich wie Einführung in das Thema Löhne, die bisweilen nur
ein Drittel des Existenzlohnes betragen. In Bangladesh wurden unlängst Gewerkschaftler_innen inhaftiert, über 1.000 verloren ihren Arbeitsplatz. Wer trägt die Verantwortung für Veränderung? Politik, Unternehmen – oder Konsumentinnen und Konsumenten?

 

Mehr dazu: http://www.frauenwerk.nordkirche.de/

20. & 21. MAI 2017: ANANNYA BHATTACHARJEE zu Gast in Schwerin

HERZLICHE EINLADUNG AN ALLE INTERESSIERTEN MENSCHEN

WO?

SCHWERIN, Ferienhof Medewege, Hauptstr. 12

WANN?

  • 20. MAI 16.00 – 17.30 Uhr
  • 21. MAI 9.30 – 11.00 Uhr

WAS?

Zwei Öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der Schulungsreihe FairCademy:

ANANNYA BHATTACHARJEE spricht (auf ENGLISCH)

  • am 20. Mai zur Unternehmensverantwortung hinsichtlich der Bezahlung von Existenzlöhnen für Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie: Welches Vorgehen erwartet die Asia Floor Wage Alliance von Modeunternehmen? / What does AFWA expect brands to do?
  • am 21. Mai: Wie sieht es aus mit den Löhnen in der Bekleidungsindustrie asiatischer Länder AUS? Das Modell „asiatischer Grundlohn“ der Asia Floor Wage Alliance.

ANANNYA BHATTACHARJEE kommt aus Delhi, Indien. Sie ist Gründerin und Koordinatorin der Asia Floor Wage Alliance, die sich für einen asiatischen Grundlohn, einen Lohn von dem Arbeiter*innen der asiatischen Bekleidungsindustrie und ihre Familien tatsächlich leben können, einsetzt.

 

RÜCKFRAGEN an Fabienne Winkler:

faircademy [at] einewelt-sachsen.de

 

APRIL 2017

Workshopreihe:

Kunst für Menschenrechte!

Kreativer Straßenprotest und politisches Aktionstheater

ZEIT: mittwochs 17h bis 20h30

5 TERMINE: 12.4., 19.4., 26.4., 3.5., 10.5.

ORT: DRESDEN, riesa efau, Dachsaal

VERANSTALTER: ENS, Inkota Dresden in Kooperation mit der HSG Amnesty International der TU Dresden

 

Anmeldung und Nachfragen bei fabienne.winkler[at]einewelt-sachsen.de

 

Du hast Lust, Dich mit der Thematik Menschenrechte in globalen Lieferketten auseinanderzusetzen, Dich von einer Fülle kreativer Aktionsformen inspirieren zu lassen und dann auch noch selbst Aktionsideen zu ersinnen? Begeisterst Du Dich eher für Kommunikationsguerilla, Flashmob oder Adbusting? Das weißt Du noch nicht? Prima, dann bist Du bei uns genau richtig!

Wir schauen uns an, wie mit kreativem Straßenprotest und politischem Aktionstheater Missstände entlang globaler Lieferketten in Textil- und Rohstoffindustrie angeprangert werden können. Dabei erkunden wir gemeinsam: Wie entsteht Aufmerksamkeit? Wie setze ich gezielt eine
Irritation im öffentlichen Raum? Welchen Kriterien müssen pressetaugliche Standbilder genügen? Welche Methode passt zu welchem Thema? und vieles mehr.

 

Vorkenntnisse sind NICHT erforderlich. Wichtig ist uns hingegen Deine Teilnahme an allen 5 Terminen.

 

Diese Veranstaltung ist Teil des Studium Generales der TU Dresden (Teilnehmende müssen jedoch NICHT Student*innen der TU sein.).

Mehr dazu: Vorlesungsverzeichnis Studium Generale TU Dresden

 

Lust? Dann melde Dich bei uns!

Wir freuen uns auf Dich!

 

Herzliche Grüße
Annemarie & Beate (INKOTA) & Fabienne (ENS)

MÄRZ 2017

Foto: Allison Joyce

Speaker’s Tour: Chique Mode, die Arbeiter*innen krank macht

mit Abdulhalim Demir

Gesundheitsschutz und Sicherheit sind in den Fabriken der globalen Bekleidungsindustrie immernoch Mangelware, das beweisen die vielen Unfallmeldungen der letzten Jahre: Fabrikbrände und der Gebäudeeinsturz von Rana Plaza forderten unzählige Opfer.

Dazu sind Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie anderen, alltäglichen SICHERHEITSRISIKEN ausgesetzt. Besondere Risiken birgt das SANDSTRAHLEN von Jeans, dabei wird Sand unter Hochdruck auf den Stoff geschossen mit dem Ziel, den Stoff auszubleichen und aufzuweichen, den “Used-look” zu erzeugen. Das Einatmen von großen Mengen Staub führt zu Silikose (allg. Staublunge), eine unheilbare Lungenkrankheit, die zuvor v.a. im Zusammenhang mit der Arbeit in Mienen oder auf Baustellen festgestellt wurde.

2010 bis 2012 machte die CLEAN CLOTHES CAMPAIGN die tödlichen gesundheitlichen Folgen türkischer Sandstrahler öffentlich und erreichte ein Verbot dieser Technologie als Selbstverpflichtug der Jeansmarken.

Was haben die Selbstverpflichtungen gebracht? Wie sehen die BEDINGUNGEN HEUTE IN DER TÜRKISCHEN BEKLEIDUNGSINDUSTRIE aus?

ABDULHALIM DEMIR arbeitete ehemals selbst als Sandstrahler in der türkischen Modeindustrie. Er berichtet von seinen Erfahrungen, zeigt Filme und geht auf die derzeitige Situation ein.

VERANSTALTER: Nähwerkstatt Kabutze, Fairtrade Town Leipzig & Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen

AKTIONSBEISPIELE