CCC-Turkey zu Gast in Deutschland

Dresden, 14.03.2017
Pressemitteilung

Einladung an die Presse:
Zur aktuellen Situation in der türkischen Modeindustrie
mit Abdulhalim Demir

Vom 16. bis 20. MÄRZ 2017 wird der Arbeitsrechtsaktivist Abdulhalim Demir aus der Türkei zu Gast in Deutschland sein. Für Interviews und FRAGEN DER PRESSE, hinsichtlich Arbeitsrechten generell und insbesondere die aktuelle Situation syrischer Migrant*innen in der türkischen Modeindustrie betreffend, steht er am 20. MÄRZ von 13.00 bis 16.00 Uhr in Dresden (Kreuzstr. 7) zur Verfügung. Abdulhalim Demir ist Arbeits- und Menschenrechts-Aktivist und Koordinator der türkischen CLEAN CLOTHES CAMPAIGN.

SANDSTRAHLEN VON JEANS

Seit 2009 organisiert er die Solidaritäs-Bewegung mit den Arbeiter*innen, die Jeans besandstrahlen. Das SANDSTRAHLEN ist eine Technik, bei der Sand unter Hochdruck auf den Stoff geschossen wird, um ihn auszubleichen und aufzuweichen. Dadurch wird der modische „Used-look” erzeugt. Das Einatmen von großen Mengen dieses Staubs über längere Zeit führt zu Silikose (allg. Staublunge), einer unheilbaren Lungenkrankheit, die zuvor v.a. im Zusammenhang mit der Arbeit in Mienen oder auf Baustellen festgestellt wurde. Sie führt zu einem qualvollen Tod durch Ersticken.

Abdulhalim Demir dazu: „Die Sandstrahltechnik ist ein tödliches Verfahren, das alleine in der Türkei die Erkrankung von bis zu 10.000 Menschen zur Folge hatte. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, weitere Arbeiter*innen vor diesem Schicksal zu bewahren.“ Er selbst arbeitete vom Kindesalter an als inländischer Migrant in der Bekleidungsindustrie. Nach zehn Jahren in einer Fabrik, in der das Sandstrahlen betrieben wurde, erkrankte er an Silikose. Er beschloss für seine Rechte und die Rechte seiner Freunde zu kämpfen. Aufgrund dieser großartigen Kampagne wurde das Sandstrahlen in der Türkei verboten, gesundheitliche Versorgung für Silikose-Opfer ist kostenfrei und alle Opfer bekommen eine Rente von der Regierung.

 

SYRISCHE FLÜCHTLINGE IN DER TÜRKISCHEN MODEINDUSTRIE

Viele der vor dem Krieg in Syrien geflüchteten Menschen arbeiten in den unzähligen kleineren Werkstätten, die als Unterauftragnehmer Teil der Lieferketten großer westeuropäischer Modemarken sind. Die türkische Clean Clothes Campaign setzt sich seit 2013 insbesondere auch für die Rechte dieser SYRISCHEN MIGRANT*INNEN ein. In den Werkstätten wird informell, ‚schwarz’ gearbeitet und ein Lohn gezahlt, ohne Sozialversicherung, der zu niedrig ist, um selbst Grundbedürfnisse zu decken, weit entfernt von Arbeitsinspektionen oder Gewerkschaften.

 

Über die aktuelle Situation der Arbeiter*innen in der türkischen Bekleidungsindustrie berichtet Abdulhalim Demir:

 

 

Für Anfragen und Interviews der Presse steht er am Montag, 20. März von 13.00 bis 16.00 Uhr in der Kreuzstraße 7, Dresden zur Verfügung.

 

KONTAKT:

  • Dr. Bettina Musiolek,

Clean Clothes Campaign (CCC) / Business & Human Rights,

Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V. (ENS),

Kreuzstraße 7, 01067 Dresden, Tel.: +49 (0)3 51- 4 92 33-64,

bettina.musiolek@einewelt-sachsen.de

  • Fabienne Winkler

Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V. (ENS), Clean Clothes Campaign,

Kreuzstraße 7, 01067 Dresden, Tel.: +49 (0)3 51- 4 92 33-64,

MOBIL: 0176 43273965,

fabienne.winkler@einewelt-sachsen.de

 

WEITERE INFORMATIONEN: