5 MODULE – 5 WOCHENENDEN

An fünf aufeinanderfolgenden Wochenendworkshops erhaltet ihr einen Einblick in die bestehenden Strukturen und Bedingungen der globalen Bekleidungsindustrie. Es wird beleuchtet, welche Veränderungs-Ansätze bereits bestehen und welche davon besser und schlechter funktionieren.

Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste

Die textile Kette: Wie und wo verläuft sie? Welche Auswirkungen haben Textil- und Bekleidungindustrie auf Mensch und Umwelt? Im Modul 1 lernen wir die verschiedenen Stationen der Herstellung von Textilien und Bekleidung bis hin zur Entsorgung von Altkleidern genauer kennen. Dabei werden wir die Einflüsse auf Mensch und Umwelt unter die Lupe nehmen.
Außerdem beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aktionsmöglichkeiten, wie man bei der Planung und Organisation vorgeht. Der praktische Teil soll dabei nicht zu kurz kommen: Ihr könnt euch ausprobieren im Aktionstheater und werdet die Gelegenheit haben, selbst eine Aktion für einen späteren Zeitpunkt zu planen.
Nicht zuletzt werdet ihr Einblicke in die Kampagnenarbeit der Clean Clothes Campaign bekommen.

ORT:
Berlin
Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste

Programm 21. - 23. September 2018

FREITAG, 21.09.2018:

15.00 Uhr
Exkursion (wird noch bekannt gegeben)
19.00 Uhr
Intro: Vorstellungsrunde und Erwartungen
21.00 Uhr
Film zum Thema Baumwolle


SAMSTAG, 22.09.2018:

9.00 Uhr
Austausch & Auswertung zur Exkursion am Vortag
09.30 Uhr
Workshop & Experteninput: Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste
14.30 Uhr
Input: Wie plant man eine Aktion?
15.15 Uhr
Input: Aktuelle Kampagnenarbeit
17.15 Uhr
Gruppenarbeit: Aktionsentwicklung


SONNTAG, 23.09.2018:

9.00 Uhr
Workshop: Aktionstheater
11.30 Uhr
Plane eine Aktion - Wer bereitet was vor?
12.30 Uhr
Feedback-Runde & Hinweise für Modul 2

REFERENT*INNEN:

- Arianna Nicoletti ( Upcycling Fashion Store Berlin , The Fair Fashion Network )
- Helen Gimber (INKOTA-netzwerk e.V.)
- Bettina Musiolek (ENS - Wirtschaft und Menschenrechte, CCC-Koordinatorin)
- Franziska Hanisch und Annika Sterr (Theaterpädagoginnen)
Vorbereitungsmaterial
Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste
Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell: Was bedeutet es für die Arbeiter*innen?

Im zweiten Modul stellen wir die tatsächlichen Arbeitsbedingungen den Menschenrechten von Arbeiter*innen in der Modeproduktion gegenüber. Darauf aufbauend wird es um die Umsetzung und Durchsetzung von Menschenrechten gehen. Welche Regulierungsansütze und Umsetzungsvorgaben gibt es bereits? Welche von diesen Ansätzen haben tatsächlich etwas dazu beigetragen, die Situation der Arbeiter*innen zu verändern? Welche sind (bis jetzt) nur Schall und Rauch?
Im zweiten Teil des Moduls ist "Und...Action!" angesagt. Nach einem von unseren Theaterpädagoginnen angeleiteten Warming-Up, werden wir die im ersten Modul geplante Straßenaktion durchführen.
Gleichzeitig wird dieses Modul das Kick-off für eine 6-monatige Projekt-Gruppenarbeit sein. Das Projekt zielt zum einen darauf ab, uns gezielt mit verschiedenen Modemarkenunternehmen auseinanderzusetzen und ins Gespräch zu treten, zum anderen werdet ihr eigene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen oder Aktionen organisieren.

Ort:
Neumünster (S.-H.)
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell: Was bedeutet es für die Arbeiter*innen?

Programm 23. - 25. November 2018

FREITAG, 23.11.2018:


15.00 Uhr
Museum Tuch und Technik: Sonderführung mit Stadtrundgang "Auf den Spuren der Textilindustrie"
19.00 Uhr
Workshop: Warming-up für Aktionstheater


SAMSTAG, 24.11.2018:

9.00 Uhr
Workshop: Die Stimmen der Arbeiter*innen und Gewerkschafter*innen aus Mode-Produktionländern
11.00 Uhr
Input: Was sagen Arbeiter*innen aus den Bekleidungsfabriken Albaniens? - Bericht einer Forscherin
13.00 Uhr
Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Straßenaktion
19.30 Uhr
Kick-off Projekt-Gruppenarbeit


SONNTAG, 25.11.2018:

9.00 Uhr
Workshop: Sonntagsquiz zu internationalen und deutschen Menschen- und Arbeitsrechten
11.00 Uhr
Input: Internationale Rechtsinstrumente - Wie können Menschenrechte bei der Arbeit eingeklagt bzw. verbindlich durchgesetzt werden?
12.30 Uhr
Feedback-Runde

REFERENT*INNEN:

- Artemisa Ljarja (M.A. Global Political Economy, CCC-Albanien)
- Christine Höbermann (Leibniz Universität Hannover; CCC-Regionalgruppe Hannover)
- Franz Christian Ebert (LL.M. Legal Research, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht)
- Franziska Hanisch & Annika Sterr (Theaterpädagoginnen)
Vorbereitungsmaterial
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell: Was bedeutet es für die Arbeiter*innen?

Arbeitsbedingungen:
- Video (9:44 min, deutsch): Das reine Elend. Arbeiter*innen in der Modeindustrie Bulgariens und der Türkei; Filmproduktion 3. Etage, 2014
- Video (40 min): Gewinn statt Gewissen? Teure Mode billig produziert; ZDF zoom, 2016

Menschen- & Arbeitsrechte:
- Article (2013): What are ILO conventions and core labour standards? - And 'core' labour standards added by CCC?
- Video (3:36 min): UN Guiding Principles on Business an Human Rights: An Introduction
- Bernstorff (2012): Die UN Guiding Principles on Business and Human Rights. Ein Kommentar aus völkerrechtlicher Sicht

optional:
- Joint Initiative on Corporate Accountability and Workers’ Rights (2005): Draft Code of Labour Practice
- Ethical Trade Initiative (2013): Freedom of association in company and supply chain - A practical guide -> v.a. Kapitel 2 & 3 als Grundlagen; Kapitel 4 zum Überblick verschaffen/Scannen

Das Strickmuster der globalen Modebranche

Im Modul 3 werden wir die Verstrickungen der Lieferketten in den letzten Produktionsstufen von Bekleidung untersuchen: von der Heimarbeiterin bis zum Großkonzern. Wir schauen uns die globalen Verlagerungsbewegungen der Produktionsstätten und ihre Motive an. Dabei werfen wir einen Blick nach Asien und auch vor unsere eigene Haustür in Europa. Außerdem gehen wir auf die Verantwortungsverteilung der beteiligten Akteure ein. Wie sind die gängigen Einkaufspraxen der Unternehmen? Wie kommt der Preis eines Kleidungsstücks zustande? Welche Rolle spielen Handelspolitiken wie zwischenstaatliche Handelsabkommen? Welche Verantwortung tragen Konsument*innen?
Dieses Modul wird zur großen Teilen in Englisch stattfinden!

Ort:
Erfurt
Das Strickmuster der globalen Modebranche

Programm 18. - 20. Januar 2019

FREITAG, 18.01.2019:

16.00 Uhr
Vorprogramm derzeit noch in Planung
19.00 Uhr
Rollenspiel: Wer trägt die Verantwortung? - verschiedene Akteure der Lieferkette bearbeiten einen Eilaktions-Fall


SAMSTAG, 19.01.2019:

9.00 Uhr
Workshop: Einführung in das Fast-Fashion-Business-Modell und die Strukturen globaler Lieferketten
11.00 Uhr
Input: Die Gründe für Produktionsverlagerungen und die Wirkung von Handelsabkommen.
14.00 Uhr
Workshop: How do we get things across? How to reach media?
16.30 Uhr
Hotbed of ideas: Thinking beyond the present fast fashion business model
19.00 Uhr
Berichte und Filme zu CCC-Eilaktionen


SONNTAG, 20.01.2019:

9.00 Uhr
Input: Which Labour strategy derives from Fast Fashion business modell and construction of production networks?
11.00 Uhr
Besprechung Projekt-Gruppenarbeit
12.30 Uhr
Feedback-Runde

REFERENT*INNEN:

Das Strickmuster der globalen Modebranche

Referent*innen Modul 3:

  • - Bettina Musiolek (ENS - Wirtschaft- & Menschenrechte; CCC-Regionalkoordinatorin 'Europa Ost/Süd-Ost')

  • - Tansy E. Hoskins, geboren 1981, ist Autorin, Journalistin und Aktivistin. Für den Londoner Guardian schreibt sie über Themen rund um Mode und soziale Gerechtigkeit. Zudem ist sie als Kommentatorin für Radio und Fernsehen tätig, u.a. für BBC, Channel 4 und Al Jazeera. Ihr antikapitalisches Buch der Mode wurde 2015 vom Londoner Institute of Contemporary Arts zum Buch des Jahres gewählt. Die deutsche Auflage erschien im Rotpunktverlag. Tansy E. Hoskins lebt in London.

Foto: Tansy Hoskins taken by Daniel Blazevic

Vorbereitungsmaterial
Das Strickmuster der globalen Modebranche

Bild- und Lesematerial zur Vorbereitung

Verstrickungen der Lieferketten:

optional:
Kritischer Konsum:

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz steht im Mittelpunkt und es geht um zwei Kernthemen: Gebäudesicherheit und Jeans. Rana Plaza, eine zertifizierte Textilfabrik in Bangladesch, stürzte am 24. April 2013 ein, riss über 1100 Arbeiter*innen in den Tod und hinterließ unzählige Verletzte. In dessen Folge und durch massiven Druck internationaler Kampagnenarbeit unterschrieben über 200 Bekleidungsunternehmen den Bangladesh ACCORD für Gebäudesicherheit und Brandschutz. Was unterscheidet den ACCORD von anderen Abkommen?
Ein weiteres Aufsehen erregendes Thema ist das Sandstrahlen von Jeans. 2010 bis 2012 machte die Clean Clothes Campaign mit Verbündeten die tödlichen gesundheitlichen Folgen bei türkischen Sandstrahlern öffentlich und erreichte gemeinsam mit anderen Organisationen ein Verbot dieser Technologie als Selbstverpflichtung der Jeansmarken.
Was bringen Selbstverpflichtungen, Zertifizierungen und Audits?

Ort:
Görlitz
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

FREITAG, 29.03.2019:

15:00 Uhr
Besuch bei einem Modeunternehmen
19.00 Uhr
Austausch & Reflexion der Exkursion am Nachmittag


SAMSTAG, 30.03.2019:

9.00 Uhr
Workshop: Sandblasting - Breathless for Blue Jeans
14.30 Uhr
Input: Was sind Multistakeholder Initiativen?
- Vergleich von Zertifizierung und MSIs
- Was bringt das Bündnis für nachhaltige Textilien in Deutschland?
16.30 Uhr
Gespräch: Was können Sozialaudits und Zertifizierung gegen Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz tun?
ab 19.00 Uhr
Open Space


SONNTAG, 19.03.2017:

9.00 Uhr
Input: Rana Plaza & ACCORD
11.00 Uhr
Input:

  • - Enforceable Brand Agreement - was ist das?

12.30 Uhr
Feedback-Runde

REFERENT*INNEN:
    wird noch bekannt gegeben
Vorbereitungsmaterial
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

OHS & Sandstrahlen:

entweder oder
Flüchtlinge in der türkischen Bekleidungsindustrie:
entweder oder
Zertifizierung:

Optional:

(ursprünglich Modul 3 im Jahr 2017)
Der Lohn und die Gewerkschaftsfreiheit

Wie ist die derzeitige Lohnsituation in der Bekleidungsindustrie weltweit? Was ist ein existenzsichernder Lohn und wie kann er berechnet werden? Wie kann die Gewerkschaftsfreiheit gefördert werden?
Um diese Fragen zu beantworten, schauen wir uns die Rechercheergebnisse verschiedener Studien an und bereits existierende Berechnungsvorschläge, wie den Asia Floor Wage. Wie will die Asia Floor Wage Allianz den Asiatischen Grundlohn umsetzen? Welche Schritte müssen von Staaten und Unternehmen gegangen werden, um den Arbeiter*innen tatsächlich einen Existenzlohn sowie Gewerkschaftsfreiheit zu ermöglichen?
Im Rahmen der modulübergreifenden Projekt-Gruppenarbeit laden wir außerdem Vertreter*innen einer bekannten Modemarke ein, mit denen wir zu diesen Themen ins Gespräch kommen werden.
Am Ende des Moduls wird die Schulungsreihe ausgewertet und die Zusammenarbeit für danach geplant.

Ort:
Demeter Hof Medewege
Hauptstr. 12
19055 Schwerin
www.hof-medewege.de
Näher*innen verdienen mehr: Einen Lohn zum Leben!

vorläufiges Programm, Änderungen vorbehalten

FREITAG, 24.05.2019:

16.00 Uhr
n.a.
19.00 Uhr
Workshop:

  • - Situation: Decent Wages across Borders
  • - Geschichte verschiedener Kampagnen


SAMSTAG, 20.05.2017:

9.00 Uhr
Tailored Wages: Wodurch unterscheiden sich Modefirmen in Bezug auf ihre Lohn- und Partizipations-Strategien?
11.00 Uhr
Warum brauchen wir einen cross-border floor wage als einen grundlegenden Living Wage-Richtwert?
Welche Richtwerte gibt es?
14.00 Uhr
Living wage in Asian fashion production countries - What is an Asian Floor Wage?
16.00 Uhr
Unternehmensgespräch: Was können Markenfirmen tun, um einen Living Wage umzusetzen?
20.00 Uhr
Wir feiern uns!

SONNTAG, 21.05.2017:

9.00 Uhr
n.a.
11.00 Uhr
Auswertung der Schulungsreihe und Ausblick "Wie geht es weiter?"

REFERENT*INNEN:

    wird noch bekannt gegeben
Näher*innen verdienen mehr: Einen Lohn zum Leben!

entweder

oder

Zum Durchstöbern:
  • - Bericht (114 Seiten, English): Tailored Wages, Befragung von 50 führenden europäischen Marken zum Existenzlohn, Clean Clothes Campaign, 2014