Schulungsreihe FairCademy

 

An 5 Wochenenden von September 2016 bis Mai 2017 trafen sich 24 engagierte Teilnehmer*innen aus Nord- und Ostdeutschland, um sich weiterzubilden zum Thema „Mode und Menschenrechte“. Die FairCademy wurde organisiert vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen in Kooperation mit dem Frauenwerk der Nordkirche.

 

Das Kickoff-Wochenende fand in Crimmitschau (Westsachsen) statt, die „Stadt der 100 Schornsteine“ wie man die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund der hohen Dichte an Textilfabriken nannte. Einen Eindruck von der staubigen Luft, vom aggressiven Geruch und Lärm konnten wir in einer Volltuchfabrik gewinnen, die bis 1990 betrieben wurde und heute als Museum zu besichtigen ist. Wir beschäftigten uns mit dem sich 1903/04 ereigneten Streik der Textilarbeiter*innen, der der längste und größte im damaligen Kaiserreich war, sowie mit dem Arbeitsverlust vieler durch den Abzug der Industrie nach der Wende und konnten so Parallelen ziehen zwischen damals und heute, zwischen hier und dem heutigen Globalen Süden wie Osten. So stiegen wir ein in die heute global verlaufenden textilen Produktionswege.

 

Das 2. Modul fand in Hamburg statt, wo wir die Seemannsmission im Hafen besuchten, um uns dort mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen der Seemänner/frauen auseinanderzusetzen. Zudem hatten wir in diesem als auch in den weiteren Modulen in Potsdam und Schwerin die Gelegenheit von der vielseitigen Expertise der Referent*innen zu profitieren: U.a. Forscherinnen aus Albanien und Moldawien, die von den Arbeitsbedingungen in den Bekleidungsfabriken vor Ort berichteten; ein ehemaliger Sandstrahler aus der Türkei, der uns über die lebensgefährlichen Techniken zum Bleichen von Jeans aufklärte; und die Koordinatorin der Asian Floor Wage Association (AFWA) aus Indien, die uns von der Entstehung und Berechnung des Asian Floor Wage berichtete sowie auf die fatale Lohnsituation der Textilarbeiter*innen einging. Bei einem „Kneipenquiz“ frischten wir unser Grundlagenwissen zu Arbeits- und Menschenrechten auf, um uns dann mit den Instrumenten zur Umsetzung dieser Rechte sowie deren Erfolge und Misserfolge auseinanderzusetzen.

 

Schließlich konnten wir uns im Aktionstheater ausprobieren, damit wir gerüstet sind für zukünftigen Straßenprotest in Solidarität mit Textilarbeiter*innen weltweit:

Menschenrechte vor Profit!

Modul-5_Gruppenfoto