5 MODULE – 5 WOCHENENDEN

An fünf aufeinanderfolgenden Wochenendworkshops erhaltet ihr einen Einblick in die bestehenden Strukturen und Bedingungen der globalen Bekleidungsindustrie. Es wird beleuchtet, welche Veränderungs-Ansätze bereits bestehen und welche davon besser und schlechter funktionieren.

Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste – Von der Kuh bis zum Schuh

Die textile Kette: Wie und wo verläuft sie? Welche Auswirkungen haben Textil- und Schuhindustrie auf
Mensch und Umwelt? Im Modul 1 lernen wir die verschiedenen Stationen der Herstellung von
Bekleidung und Schuhen genauer kennen. Dabei werden wir auf die Bedingungen für Mensch und
Umwelt eingehen. Außerdem lernen wir Möglichkeiten kennen selbst aktiv zu werden.

ORT:
Hotel Mauritius im Sachsenland
Herrengasse 11
08451 Crimmitschau
Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste – Von der Kuh bis zum Schuh

FREITAG, 23.09.2016:

13.00 Uhr (fakultativ)
Besichtigung des Gewebeherstellers Spengler & Fürst
Wir möchten an dieser Stelle in keiner Weise für ein Unternehmen Werbung machen, es geht lediglich darum ein Textilunternehmen vor Ort zu besichtigen.
18.00 Uhr
Intro: Vorstellungsrunde und Erwartungen
21.00 Uhr
Filme zum Thema Baumwolle


SAMSTAG, 24.09.2016:

9.30 Uhr
Input: Change Your Shoes und Ledergerbung
11.30 Uhr
Workshop: Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste/ Von der Kuh bis zum Schuh
14.30 Uhr
Besuch der historischen Tuchfabrik Gebr. Pfau
17.00 Uhr
Paneldiskussion: Geschichte des Arbeitskampfes der Frauen. Was bedeutetet uns heute der erste Arbeitskampf um den 10 h Tag?


SONNTAG, 25.09.2016:

9.30 Uhr
Input: Altkleider, Recycling und Upcycling
11.30 Uhr
Workshop: Altkleider und ihre Wege
13.00 Uhr
Feedback Runde

REFERENT*INNEN:
.Lena Janda (INKOTA e.V. / CHANGE YOUR SHOES )
.Brigitte Klima (IG Metall Zwickau)
.Arianna Nicoletti ( Upcycling Fashion Store Berlin , The Fair Fashion Network )
Vom Baumwollfeld zur Altkleiderkiste – Von der Kuh bis zum Schuh
Das Strickmuster von FAST FASHION

Im Modul 2 werden wir die Verstrickungen der Lieferketten in den letzten Produktionsstufen von Bekleidung untersuchen: von der Heimarbeiterin bis zum Großkonzern. Wir schauen uns die globalen Verlagerungsbewegungen der Produktionsstätten und ihre Motive an. Dabei werfen wir einen Blick nach Asien und auch vor unsere eigene Haustür in Europa. Außerdem gehen wir auf die Verantwortungsverteilung der beteiligten Akteure ein. Wie sind die gängigen Einkaufspraxen der Unternehmen? Wie kommt der Preis eines Kleidungsstücks zustande? Welche Rolle spielen Handelspolitiken wie zwischenstaatliche Handelsabkommen? Welche Verantwortung tragen Konsument*innen? Ein Exkurs in andere Industriezweige (IT z.B.) soll Vergleiche ermöglichen, wie dort Produktionsketten verlaufen.
Dieses Modul wird hauptsächlich in Englisch stattfinden!

Ort:
Missionsakademie An der Universität Hamburg
Rupertistraße 67
22609 Hamburg
Das Strickmuster von FAST FASHION

FREITAG, 25.11.2016:


15.00 Uhr
Besuch der Seemannsmission, Hamburger Hafen: Duckdalben
19.00 Uhr
Workshop: Play and position: Global Production Networks


SAMSTAG, 26.11.2016:

9.00 Uhr
Input: Actors and relations of power and influence – The Global Production Network approach and the global apparel industry
14.00 Uhr
Input: Kritischer Konsum – Möglichkeiten und Grenzen
16.00 Uhr
CCC- Geschichte, Struktur und Strategie, national und international
19.00 Uhr
Film: Global CCC-Forum Turkey 2010
19.30 Uhr
Warming Up für Aktionstheater


SONNTAG, 27.11.2016:

9.00 Uhr
Aktionstheater / Rollenspiel
12.30 Uhr
Feedback Runde

REFERENT*INNEN:

- Artemisa Ljarja (M.A. Global Political Economy)
- Felix Nickel (M.A. Global Political Economy)
- Axel Schröder (Wissenschaftszentrum Berlin, Projektgruppe 'Globalisierung, Arbeit und Produktion'; Social Media Koordinator der Kampagne für Saubere Kleidung)
- Dr. Heike Derwanz (Universität Bremen / HafenCity Universität Hamburg)
- Miriam Barbro Wolf (HafenCity Universität Hamburg / slowfashionblog.de)
- Waltraud Waidelich (Frauenwerk der Nordkirche)
- Christiane Schnura (Koordinatorin Kampagne für Saubere Kleidung)
- Franziska Hanisch (Theaterpädagogin)
- Annika Sterr (Theaterpädagogin)
Vorbereitungsmaterial
Das Strickmuster von FAST FASHION

Bild- und Lesematerial zur Vorbereitung

Verstrickungen der Lieferketten:


optional:

Kritischer Konsum:

a
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell – Was bedeutet es für die Arbeiter*in?

In Modul 3 stellen wir die tatsächlichen Bedingungen den Menschenrechten von Arbeiter*innen in der Modeproduktion gegenüber. Darauf aufbauend wird es um die Umsetzung und Durchsetzung von Menschenrechten gehen. Welche Regulierungsansätze und Umsetzungsvorgaben gibt es bereits? Welche von diesen Ansätzen haben tatsächlich etwas dazu beigetragen, die Situation der Arbeiter*innen zu verändern? Welche sind (bis jetzt) nur Schall und Rauch?

Ort:
HochDrei e.V.
Seminar- und Gästehaus Hochlland
Holzmarktstr. 12
14467 Potsdam
www.hochlland.de
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell – Was bedeutet es für die Arbeiter*in?

FREITAG, 27.01.2017:

19.00 Uhr
Input & Workshop: Menschenrechte bei der Arbeit (politische & wirtschaftlich-sozial-kulturelle): Welche Rechte gibt es? Wo sind sie verankert? Welche Rechte habe ich? Welche Problemlagen gibt es?


SAMSTAG, 28.01.2017:

9.00 Uhr
Input & Workshop: Die Situation. O-Töne der Näher*innen, die acht Problembereiche
14.00 Uhr
Input: Strategisches Campaignen - Wie Kampagnen effektiv gestalten?
16.00 Uhr
Input & Workshop: Regulierung – öffentliche Beschaffung und Vergabe
19.00 Uhr
Open Space


SONNTAG, 29.01.2017:

9.00 Uhr
Input & Workshop: Völkerrechts-Instrumente zur Umsetzung von Menschenrechten: Was haben sie gebracht? Was nicht?
11.00 Uhr
Input: Menschenrechte einklagen! Aber wie?
12.30 Uhr
Feedback Runde

REFERENT*INNEN:

- Corina Ajder (Country researcher for Moldova, Romania and Ukraine / CCC)
- Artemisa Ljara (M.A. Global Political Economy)
- Christa Luginbühl (Public Eye; CCC Schweiz)
- Julia Otten (Germanwatch e.V.)
- Carolijn Terwindt (ECCHR e.V.)
- Antonia Mertsching (ENS e.V.)
- Markus Schwarz (Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V.)
- Christine Höbermann(Verband Entwicklungspolitik Niedersachen e.V.)
Vorbereitungsmaterial
Das Fast Fashion-Geschäftsmodell – Was bedeutet es für die Arbeiter*in?

Arbeitsbedingungen:
- Video (9:44 min, deutsch): Das reine Elend. Arbeiter*innen in der Modeindustrie Bulgariens und der Türkei; Filmproduktion 3. Etage, 2014
- Video (26:38 min): Teure Mode billig produziert; ZDF zoom, 2016
- Video (44:00 min): Massenware Tierhaut – Das Geschäft mit dem Leder; Könnes kämpft, WDR, 7.12.2016 -> Teil über Bedingungen in Rumänien fängt ca. bei Minute 33 an

Menschen- & Arbeitsrechte:
- Article (2013): What are ILO conventions and core labour standards? - And 'core' labour standards added by CCC?
- Joint Initiative on Corporate Accountability and Workers’ Rights (2005): Draft Code of Labour Practice
- Ethical Trade Initiative (2013): Freedom of association in company and supply chain - A practical guide -> v.a. Kapitel 2 & 3 als Grundlagen; Kapitel 4 zum Überblick verschaffen/Scannen
- Video (3:36 min): UN Guiding Principles on Business an Human Rights: An Introduction
- Bernstorff (2012): Die UN Guiding Principles on Business and Human Rights. Ein Kommentar aus völkerrechtlicher Sicht

Optional:
- Terwindt, Carolijn (5.1.2017): Blue Jeans Blues - Trotz Entschädigung: Prozess gegen KiK und der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie gehen weiter; in Internationale Politik und Gesellschaft

Dokumentation Modul 3
Wie kann der Arbeitsplatz sicher und gesund werden?

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz steht im Mittelpunkt und es geht um zwei Kernthemen: Gebäudesicherheit und Jeans. Rana Plaza, eine zertifizierte Textilfabrik in Bangladesch, stürzte am 24. April 2013 ein, riss über 1200 Arbeiter*innen in den Tod und hinterließ unzählige Verletzte. In dessen Folge und durch massiven Druck internationaler Kampagnenarbeit unterschrieben fast 200 Modehändler den Bangladesch ACCORD für Gebäudesicherheit und Brandschutz. Was unterscheidet den ACCORD von anderen Abkommen? Ein weiteres aufsehenerregendes Thema ist das Sandstrahlen von Jeans. 2010 bis 2012 machte die Clean Clothes Campaign die tödlichen gesundheitlichen Folgen türkischer Sandstrahler öffentlich und erreichte ein Verbot dieser Technologie als Selbstverpflichtug der Jeansmarken. Was bringen Selbstverpflichtungen, Zertifizierungen und Audits?

Ort:
HochDrei e.V.
Seminar- und Gästehaus Hochlland
Holzmarktstr. 12
14467 Potsdam
www.hochlland.de
Wie kann der Arbeitsplatz sicher und gesund werden?

FREITAG, 17.03.2017:

19.00 Uhr
Open Space


SAMSTAG, 18.03.2017:

9.00 Uhr
Workshop: Sandblasting – Breathless for Blue Jeans
14.30 Uhr
Input: Was sind Multistakeholder Initiativen? Vergleich von Zertifizierung und MSIs
16.30 Uhr
Gespräch: Was können Sozialaudits und Zertifizierung gegen Gesundheitsgefahren
am Arbeitsplatz tun?
ab 19.00 Uhr
Gemeinsam aktiv werden


SONNTAG, 19.03.2017:

9.00 Uhr
Input: Rana Plaza & ACCORD
11.00 Uhr
Input:

  • - Enforceable Brand Agreement - was ist das?
  • - Bündnis für nachhaltige Textilien

12.30 Uhr
Feedback-Runde

REFERENT*INNEN:

Vorbereitungsmaterial
Wie kann der Arbeitsplatz sicher und gesund werden?

OHS & Sandstrahlen:

entweder oder
Flüchtlinge in der türkischen Bekleidungsindustrie:
entweder oder
Zertifizierung:

Optional:

Näher*innen verdienen mehr: Einen Lohn zum Leben!

Wie ist die derzeitige Lohnsituation in der Bekleidungsindustrie weltweit? Was ist ein existenzsichernder Lohn und wie kann er berechnet werden? Um diese Fragen zu beantworten schauen wir uns die Rechercheergebnisse verschiedener Studien an und bereits existierende Berechnungsvorschläge wie den Asia Floor Wage. Wie will die Asia Floor Wage Allianz den Asiatischen Grundlohn umsetzen? Welche Schritte müssen von Staat und Unternehmen gegangen werden, um letztendlich den Arbeiter*innen tatsächlich einen Existenzlohn zu ermöglichen? Am Ende dieses Moduls und des Kurses steht eine Auswertung und Planungen für das „Wie weiter“.


Modul 5 wird gefördert durch:


Ort:
Demeter Hof Medewege
Hauptstraße 12
19055 Schwerin
www.hof-medewege.de
Näher*innen verdienen mehr: Einen Lohn zum Leben!

FREITAG, 19.05.2017:

16.00 Uhr
Warm-up: Aktionstheater
19.00 Uhr
Workshop:

  • - Situation - Decent Wages across Borders &
  • - Geschichte verschiedener Kampagnen


SAMSTAG, 20.05.2017:

9.00 Uhr
Workshop: Wie plant man eine Aktion?
11.00 Uhr
Workshop: Aktionstheater
14.00 Uhr
Workshop-Fortsetzung: Aktionstheater
16.00 Uhr
Roadmap by Asian Floor Wage Association (AFWA): What does AFWA expect brands to do?
19.00 Uhr
Unternehmensgespräch: Was können Markenfirmen tun, um einen Living Wage umzusetzen?

SONNTAG, 21.05.2017:

9.00 Uhr
Input: Living wage in Asian fashion production countries. What is an Asian Floor Wage?
11.00 Uhr
Auswertung der Schulungsreihe und Ausblick „Wie geht es weiter?“

REFERENT*INNEN:

  • - Anannya Bhattacharjee (Asia Floor Wage Alliance)
  • - Bettina Musiolek (CCC-Koordinatorin für Osteuropa und Türkei, ENS e.V.)
  • - Solveig Steinbrenner-Thaler (Head of Product- & Vendor Sustainability bei HUGO BOSS)
  • - Dr. Reiner Hengstmann (HUGO BOSS Sustainability Consultant)
  • - Franziska Hanisch (Theaterpädagogin, Referentin für Globales Lernen)
  • - Annika Sterr (Theaterpädagogin, Referentin für Globales Lernen)

Gefördert durch:


Näher*innen verdienen mehr: Einen Lohn zum Leben!

entweder

oder


Zum Durchstöbern:
  • - Bericht (114 Seiten, English): Tailored Wages, Befragung von 50 führenden europäischen Marken zum Existenzlohn, Clean Clothes Campaign, 2014