#SignTheAccord

April 2024

Anlässlich des 11. Jahrestags des Zusammensturz der Rana Plaza Fabrik in Bangladesch protestierte die Regionalgruppe Dresden der Kampagne für Saubere Kleidung am 24.4.2024 vor Levi’s auf der Dresdner Einkaufsstraße. Sie verteilte Handzettel mit einem Link zur Petition, dass Levi’s endlich den International Accord für Gesundheitsschutz und Sicherheit in Textilfabriken unterschreiben soll – symbolisch mit Helmen, um Levi’s auf die mangelnde Sicherheit in seinen Lieferketten aufmerksam zu machen. Gerne könnt auch ihr die Aufforderung an Levi’s schicken: https://action.eko.org/a/levi-s

Fordert mit uns Levi’s auf: SIGN THE ACCORD!

Armutslöhne in der EU – Bekleidungsindustrie in Osteuropa

MAI 2019

Mittwoch, 22. Mai 2019, 20h – DRESDEN, Kukulida, Martin-Luther-Str. 1

Donnerstag, 23. Mai 2019, 20h – FREIBERG, Tee-Ei, Untermarkt 5

Freitag, 24. Mai 2019, 19h – SCHWERIN, Haus der Kultur, Arsenalstr. 8

Den Ausdruck „Made in Europe“ verbinden viele westeuropäische Konsument*innen mit der Vorstellung von besseren Arbeitsbedingungen, als sie in asiatischen Produktionsländern herrschen. Doch die „Sweatshops“ (Ausbeutungsbetriebe) liegen auch direkt vor unserer Haustür.

Zusammen mit Georgi Medarov werden wir vom ENS e.V. und dem Publikum über die Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie Bulgariens sprechen – einem Mitglied der EU, wo Arbeiter*innen Kleidung für unsere Märkte zu Armutslöhnen und unter prekären Bedingungen fertigen.

Georgi Medarov ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bulgarian Academy of Science und unterrichtet Soziologie an der Universität von Plovdiv. Er verteidigte seine Doktorarbeit zum Thema „Vom Liberalismus zum Autoritarismus: Bulgarien nach 1989“ an der Universität in Sofia. Er arbeitet im Bereich kritische Soziologie und politische Ökonomie. Georgi betrieb auch bereits Forschung für die Clean Clothes Campaign über Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie, z.B. war er beteiligt an der Erstellung der Studie „H&M: Vom Versprechen existenzsichernder Löhne und der Realität der Armutslöhne“, erschienen 2018.

Kann denn Mode feministisch sein?

JANUAR 2019

Veranstaltung mit TANSY HOSKINS (London, Journalistin) – mit Übersetzung englisch-deutsch

ORT: RADIO F.R.E.I., Erfurt | DATUM: 18. Januar 2019

Ist Mode Freund oder Feind der Frauen – in einer Welt, in der Frauen für vergleichbare Arbeit ein Viertel weniger verdienen als Männer und nur die Hälfte an Rente erhalten, in der Sexismus eine Alltagserscheinung und Trump Präsident ist? Hat die Modeindustrie eine Verantwortung dabei oder ist Mode einfach nur ein Spiegel der Stellung von Frauen in der Gesellschaft – ein schön verpackter Spiegel mit Preisschild? Und wie sieht die Kehrseite der schillernden Modewelt aus? Kann Mode gut für Frauen sein, wenn sie auf deren Ausbeutung weltweit basiert?
Einstürzende und abbrennende Modefabriken, Näherinnen und Näher hinter Gittern nur weil sie einen Lohn zum Leben fordern – ist die Modeindustrie noch zu retten?

Tansy Hoskins schrieb „Stitched Up The Anti-capitalist Book of Fashion – Das Antikapitalistische Buch der Mode“ und ist bekannt aus dem Film „The True Cost – Der Preis der Mode„. Sie dokumentiert als Journalistin aktuelle Themen und schreibt über die Modeproduktion. Sie recherchierte in Bangladesch, Kenia, Marokko, Mazedonien, Bulgarien und im Topshop Logistikzentrum in Solihull, GB.

Hier gibt’s den Radio-Mitschnitt der Veranstaltung zu hören.

GEFÖRDERT durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und den Katholischen Fonds sowie mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.

NewYorker, Sign The Accord!

24. APRIL 2018 – Straßenaktion zum Rana Plaza-Gedenktag

Mehrere als Bauarbeiter*innen verkleidete Aktivist*innen versammelten sich vor der NewYorker Filiale in Dresden. Sie wiesen darauf hin, dass das Gebäude „einsturzgefährdet“ sein könnte, da NewYorker das einzig glaubwürdige und transparente Sicherheitsabkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit in den Zulieferfabriken in Bangladesch noch nicht unterzeichnet hat.

Als Clean Clothes Campaign Regionalgruppe Dresden forderten sie NewYorker auf, den 2018 Transition Accord umgehend zu unterzeichnen, so wie es bereits über 140 andere Modeunternehmen getan haben.
Liste der Unterzeichner einsehbar beim Brand Tracker auf cleanclothes.org

Der Bangladesh Accord trug wesentlich dazu bei, dass viele Textilfabriken in Bangladesch sicherer wurden und werden. Denn keiner möchte, dass es nochmal zu einem solchen Desaster kommt wie am 24.4.2013 als die Textilfabrik Rana Plaza einstürzte und über 1100 Arbeiter*innen mit in den Tod riss.

Mehr zum Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz in Bangladesch: bangladeshaccord.org

Die ca. 200 bei der Aktion gesammelten, von NewYorker-Kund*innen und engagierten Menschen unterschriebenen Postkarten (mit der Aufforderung zum Accord-Beitritt) wurden am Folgetag an die Geschäftsführung von NewYorker nach Braunschweig per Post gesendet.

NewYorker, #SignTheAccord !

Wanderausstellung: Tuchfühlung – Vom Reinwaschen und Schönfärben

Innerhalb eines studentischen Projekts der Hochschule Zittau/Görlitz in Kooperation mit dem Tierra – Eine Welt e.V. Görlitz entwickelten 13 Student*innen eine Wanderausstellung in Form eines Kleiderschranks. In den Fächern und Schubladen wird der Weg eines Kleidungsstücks vom Baumwollsaatgut bis zum Altkleidersack über zehn installierte Hörstationen und symbolische Gegenstände hör-, sicht- und fühlbar. Durch die Hörbeiträge und ein Begleitheft können sich die Besucher*innen über die Auswirkungen der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie auf Mensch und Umwelt informieren, ebenso wie zu den Möglichkeiten des Engagements für uns Bürger*innen in den Konsumländern.

Eine sehr eindrückliche Vorstellung zur Entstehung der Ausstellung findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=uABVaTw2LA8

Sie kann auch für weitere Orte und Einrichtungen gebucht werden. Dazu könnt ihr gern das FairCademy-Team (faircademy [at] einewelt-sachsen.de) kontaktieren.

Mehr Infos und Berichte gibt’s hier:

Modul 5

1. Ein Lohn zum Leben / Existenzlohn – Was ist das?

Ein Existenzlohn ist ein Arbeitseinkommen, das es einem*r Arbeiter*in ermöglicht, seine/ihre eigenen und die Grundbedürfnisse seiner/ihrer Familie zu decken und für Notfälle Geld zurücklegen zu können. Er muss ohne Überstunden und Boni zu verdienen sein.  Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht und als solches in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR, 1948), Artikel 23 (3) festgelegt.

2. Die Lohnsituation in der Bekleidungsindustrie

3. für weiterführende Literatur siehe: Quellen -> Modul 5 -> Existenzlohn

Chique Mode, die Arbeiter*innen krank macht

MÄRZ 2017

Gespräch mit Abdulhalim Demir

Gesundheitsschutz und Sicherheit sind in den Fabriken der globalen Bekleidungsindustrie immernoch Mangelware, das beweisen die vielen Unfallmeldungen der letzten Jahre: Fabrikbrände und der Gebäudeeinsturz von Rana Plaza forderten unzählige Opfer.

Dazu sind Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie anderen, alltäglichen SICHERHEITSRISIKEN ausgesetzt. Besondere Risiken birgt das SANDSTRAHLEN von Jeans, dabei wird Sand unter Hochdruck auf den Stoff geschossen mit dem Ziel, den Stoff auszubleichen und aufzuweichen, den “Used-look” zu erzeugen. Das Einatmen von großen Mengen Staub führt zu Silikose (allg. Staublunge), eine unheilbare Lungenkrankheit, die zuvor v.a. im Zusammenhang mit der Arbeit in Mienen oder auf Baustellen festgestellt wurde.

2010 bis 2012 machte die CLEAN CLOTHES CAMPAIGN die tödlichen gesundheitlichen Folgen türkischer Sandstrahler öffentlich und erreichte ein Verbot dieser Technologie als Selbstverpflichtug der Jeansmarken.

Was haben die Selbstverpflichtungen gebracht? Wie sehen die BEDINGUNGEN HEUTE IN DER TÜRKISCHEN BEKLEIDUNGSINDUSTRIE aus?

Abdulhalim Demir arbeitete ehemals selbst als Sandstrahler in der türkischen Modeindustrie. Er berichtet von seinen Erfahrungen, zeigt Filme und geht auf die derzeitige Situation ein.